Ausstellungseröffnung in Bernried

Dienstag, 26. September 2017

Eine Wanderausstellung ist derzeit im Dorfgemeinschaftshaus in Bernried zu sehen. Sie steht unter dem Titel Lebst du noch? 600 Jahre Nikolaus von der Flüe. Am Dienstagabend eröffnete Lucia Wutz vom Führungsteam der KLB die Ausstellung. Sie ist Bestandteil der Jubiläumswoche, die am Sonntag mit der Segnung der Dorothee-Statue bei der Bruder-Klaus-Kapelle im feierlichen Gottesdienst ihren Höhepunkt findet. Die Ausstellung solle ein Beitrag sein, das Leben des Bruder Klaus näher zu bringen, betonte Wutz bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus in Bernried. Die Eröffnung der Ausstellung begleitete der Döferinger Viergesang musikalisch. Bürgermeister Ludwig Reger erinnerte in seinem Grußwort, dass die Ausstellung ein Gemeinschaftsprojekt der KLB im Kreis Cham und der Freunde und Förderer der Bruder-Klaus-Kapelle und von der KLB-Diözese erstellt ist. Reger dankte den Verantwortlichen für die Organisation der Ausstellung. Max Hastreiter vom Führungsteam der KLB im Landkreis Cham informierte, dass mit der Ausstellung ein Bogen von Flüeli nach Bernried gespannt werden solle. Mit der Ausstellung wolle man das Jubiläumsjahr fortsetzen. Bruder Klaus ist ein besonderer Heiliger, den auch die politische Schweiz  gewürdigt hat. Bruder Klaus sei einer gewesen, der radikal Ja gesagt habe und Mut zum Einsatz für Recht, Gerechtigkeit und Frieden gezeigt habe. „Wir brauchen solche Leitbilder für unser Verhalten, Versöhnung und Frieden“, betonte er.

Nikolaus von der Flüe ist die große Friedensfigur, Nationalheiliger der Schweiz und Patron der KLB. 1417 in Flüeli geboren, zog er sich 1467 von der Familie in die Einsamkeit zurück, wo er am 21. März 1487 in der Ranftschlucht nahe Flüeli starb. Die Ausstellung beruhe auf drei inhaltlichen Säulen: Die Säule „Ausstieg“ hinterfragt, wie das mit dem persönlichen Weg von Klaus war, weg vom bisherigen Leben in die Tiefe der Ranft, in seine eigene und Gottes Tiefe.  Im Bereich zwei, „Ehe und Partnerschaft“, steht Dorothee Wyss, Bruder Klaus‘ Ehefrau, im Mittelpunkt.  Die Frage lautet: „Wie kann man sich miteinander frei geben? “ Im dritten Segment geht es um den Frieden. Friede ist kein Zustand, sondern ein Weg. Ganz wichtig sei es, gehorsam zu sein. Diese Themen beschäftigen viele Menschen, so Hastreiter. Sie sollen Anregung sein, sich umzuorientieren und nachzudenken. Hastreiter wünschte sich, dass die Menschen das Werk von Bruder Klaus wertschätzen. Der Gottesdienst am Sonntag mit der Segnung der Dorothee-Statue sei der Höhepunkt in der Jubiläumswoche, betonte er.

KLB-Kreisseelsorger Ambros Trummer trug Texte zu Bruder Klaus vor. „Bruder Klaus will uns anrühren und zu Gott hinführen“, sagte er. „Wir sollen zur Mitte des Lebens, zu Gott kommen und den inneren Frieden finden und mit Bruder Klaus und seiner Hilfe die Welt gestalten.“ Bruder Klaus ist ein großer Friedensstifter. Tatsächlich hat es in der Schweiz auch keine Kriege gegeben. Anschließend waren die Besucher zur Besichtigung der Ausstellung eingeladen. Sie legt großen Wert darauf, Bruder Klaus „atmosphärisch“ näher zu bringen. So konnten die Besucher sich in die Einsiedlerklause zurückziehen und Zitaten von Bruder Klaus lauschen oder sich an der Hör- und Filmstation informieren. Aufgestellte Texttafeln bringen die Biographie von Bruder Klaus und seiner Frau mit Fragen von heute zusammen. Im Anschluss daran waren die Besucher zu einem Imbiss eingeladen. (wbf)

Lucia Wutz eröffnet die Ausstellung Besucher der Ausstellung