Den jahreskreislauf feiern als naturverbundene Christen

Freitag, 1. Dezember 2017

Zu einem interessanten Vortrag konnte der 1. Vorsitzende der KLB (Katholische Landvolk-Bewegung), Joseph Frey, am Sonntagnachmittag trotz des schlechten Wetters etliche   Mitglieder willkommen heißen. Sein besonderer Gruß galt dem „Hausherrn“, Pfarrer Markus Urban, und der Referentin und Heilpraktikerin Gertrud Binner aus Beratzhausen, die hier nicht mehr unbekannt ist. Sie freute sich, wieder hierher zu kommen in die ehemalige Heimat, da sie in Oberviechtach aufgewachsen ist. „Den Jahreskreis feiern als naturverbundene Christen“ hatte sie sich als Thema auserkoren, und den konnte sie auch „vollendet vorstellen.

Doch „dozierte“ sie nicht nur, sondern bezog die Zuhörer aktiv mit ein, sie durften in Kleingruppen die Feste der  einzelnen Quartale besprechen, Erinnerungen an alte Traditionen  („was Großeltern erzählten“) austauschen   und dann im „Plenum“ mit besprechen.

Sie stellte zuerst heraus, dass die Verbindungen der Christen zum Naturkreislauf  noch  gut spürbar seien. „Passend“ zum Zeitpunkt begann sie mit  dem Übergang vom „Herbst- zum Winterkreislauf“ und stellte heraus, dass das Kirchenjahr mit dem Advent  beginne – eigentlich dem Herbstende. Die dunkle „staade“ Zeit vor Weihnachten zeige die Sehnsucht der Menschen nach dem Licht. Die Natur bildet sich zurück. Hier ging man auf die Feste oder Namenstage in dieser Zeit ein, von Barbara über Nikolaus und Lucia (sie wird in Skandinavien hoch verehrt als Königin des Lichts“, das hier oben noch mehr vermisste wird – die Wintersonnenwende wird gefeiert als Hoffnung auf zunehmende Tage -  bis eben Weihnachten.  Nachher schließen sich Silvester, Neujahr, Dreikönigsfest, Lichtmess und Blasius an.      

Das Frühlingsquartal schließt sich an, die Natur erwacht zu neuem Leben, die Sonnenstrahlen wärmen wieder, die Zugvögel kehren zurück, Tierkinder wie Hasen oder Küken stehen für neues Leben – das Wunder der Auferstehung. Hier sprach man die Fastenzeit an – vorher Fasching, Josefi, Ostern selbst als höchstes christliches Fest.

Den Übergang zum Frühlingsquartal „läutet“ die Walpurgisnacht“ vor dem ersten Mai ein – mit der Tradition von Maibäumen. Die Eisheiligen stellen oft eine „Zäsur“ in der Natur dar. Der Mai gilt als Marien- und „Wonnemonat“, viele Heilkräuter sind der Muttergottes geweiht.

Im Sommerquartal feiert man die Zeit der Reife und des Wachstums, freut sich über helle Tage und zeigt dies auch in vielen christlichen Feiern wie den Sommersonnwendfeiern, dem längsten Tag des Jahres zu Ehren. Man feiert die Namenstage von Johannes dem Täufer oder Peter und Paul. Es folgen  Christi Himmelfahrt und  Fronleichnam als  Hochfest des Leibes und Blutes  Christi. Im August stellt „Mariä Himmelfahrt“  . noch einmal einen Höhepunkt dar mit der Kräuterweihe.

Der Herbst schließt sich an als Zeit der Ernte und Übergang zur „kalten dunklen Jahreszeit“. Man feiert Michaeli, vor allem Erntedank – wo die Gaben der Natur zum Altar gebracht werden -, auch Kirchweih,  das Schutzengelfest  (das leider auch für Werbezwecke „missbraucht“ wird. Später schließt sich nach Allerheiligen und Allerseelen Martini an – verknüpft mit vielen Bräuchen. Das Christkönigsfest schließt vor dem Advent das Kirchenjahr ab.

„Wir können wirklich aus der Fülle schöpfen“, konstatierte G. Binner und forderte dazu auf, „wieder als das zu schätzen lernen, was uns Gott mit seiner Schöpfung schenkt.“