Die Dorothee-Statue erhielt den Segen

Montag, 9. Oktober 2017

Zahlreiche Besucher haben sich am vergangenen Sonntag bei der Bruder Klaus Kapelle in Bernried zum Festgottesdienst eingefunden. Beim Patroziniumsgottesdienst , passend zum 600-jährigen Jubiläum von Bruder Klaus, segnete Pfarrer Ambros Trummer die Statue dessen Ehefrau Dorothee, die neben der Kapelle aufgestellt worden ist. Bei der Firma Gruber haben die Vereine und Gruppen mit ihren Fahnen Aufstellung genommen, um unter den Klängen der Döferinger Blasmusik zur Bruder-Klaus-Kapelle zu ziehen.

Den Festgottesdienst zelebrierte der Kreisseelsorger der KLB Kreis Cham, Ambros Trummer mit den Konzelebranten  Pfarrer Martin Schultes und Pfarrer Hans Baier. Der Chor Vivace unter der Leitung von Thomas A. Gruber gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Bei herrlichem Herbstwetter begrüßte der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Bruder-Klaus-Kapelle der KLJB/KLB im Landkreis Cham, Gerhard Gruber, die Gottesdienstbesucher. 30 Jahre Freunde und Förderer der Bruder-Klaus-Kapelle und 600 Jahre Bruder Klaus, das ist ein ganz besonderer Tag, meinte er. Die neu aufgestellte Statue der Dorothee hat uns zusammengeführt, so Gruber. Fast drei Jahre habe man benötigt und viel Zeit investiert, um der Ehefrau von Bruder Klaus einen gebührenden Platz einzuräumen und die Familie Bruder Klaus zu einen. Diözesanvorsitzender der KLB, Max Hastreiter, betonte, dass der heutige Tag der Höhepunkt der Aktionswoche mit Ausstellung und Friedensgebet sei. Man sei stolz darauf, dass Dorothee da ist, freute er sich. Pfarrer Ambros Trummer verlieh ebenfalls seiner Freude Ausdruck, dass er den Einweihungsgottesdienst mit so vielen Besuchern feiern dürfe. „Ich bin dankbar dafür und auch etwas stolz“, meinte er.

Anstelle der Predigt stellte Hedwig Beier aus Haiming „Die vier Botschaften des Lebens der Dorothee vor“. Eingangs der Predigt stellte sie die Frage, was Dorothee, die ausdrucksstark dargestellt mit zwei ihrer zehn Kinder uns heutigen Menschen sagen kann. Anhand von vier Botschaften führte sie dies den Gottesdienstbesuchern vor Augen. Dorothee ist eine Frau mit einem großen Aufgabenfeld. Sie ist zunächst Bäuerin und trägt zusammen mit ihrem Mann die Verantwortung für den Hof. Sie ist aber auch Ehefrau eines vielbeschäftigten, vielgefragten und tief religiösen Mannes und mehrfache Mutter. Auch jeder von uns habe sichtbare und spürbare Aufgaben zu bewältigen wie beispielsweise im Beruf und in der Partnerschaft. Die erste Botschaft für uns könne lauten: Ich wertschätze mein Aufgabenfeld. Die Aufgaben haben die Bedeutung, die ich ihnen gebe. Dorothee, eine starke Frau, muss mit vielfältigen Menschen zurechtkommen: mit verschiedenen Generationen im Haus, mit Nachbarn und all denen, die zum Ratsherrn und Richter Niklaus mit Anliegen kommen. Sie weiß, dass ihr Niklaus eine enge Verbindung zu seinem Gott hat und spürt, dass dieser Gott ihn herausfordert, ja ihm zusetzt. Ihre alltäglichen Sorgen erreichen ihn jetzt nicht mehr. Die erwachsenen Söhne rebellieren, die Leute tuscheln verständnislos. Sie muss diese Unsicherheit, diese einzigartige Veränderung aushalten. Die zweite Botschaft für uns kann sein: Leben und Lieben heißt auch: Unverständliches aushalten, Unvorhergesehenes hinnehmen, oft dauert es lange, bis sich ein neuer Weg zeigt. Nach mehrjährigen Ringen erkennt Niklaus, dass Gott ihn in die Einsamkeit ruft. Er will und kann jedoch nicht gehen, ohne das Einverständnis seiner Frau Dorothee. Im Nachhinein könne man sagen, dass er von einem Anderen beansprucht wurde und lässt ihn in seinem Lebens-Gehorsam hingehen. Es ist die gleiche Liebe, die sie zusammengeführt hat und jetzt gibt diese Liebe frei. Die Botschaft für uns kann sein: Liebe ist ein lebenslang sich verändernder Prozess. Den andern lieben heißt letztlich, ihn so anzunehmen, wie er geworden ist.

Dorothee lässt sich auf ihr Leben in der „Fernnähe“ ein. Sie muss jetzt zurechtkommen mit ihren eigenen Aufgaben. Sie lernt eine neue Beziehung zu Bruder Klaus leben. Die Botschaft für uns kann sein: Jede Lebensphase erfordert Gestalten und Reifen. Jede unserer Lebensphase hat eine eigene Aufgabe. Es gelte, sich immer wieder neu einzustellen auf das Gegebene, das Zugemutete, das Abverlangte. In diesen vier Botschaften kann Dorothee uns heute bestärken, so Beier. Anschließend segnete der Geistliche die Dorothee-Statue.  Landrat Franz Löffler dankte dem Verein, der vor dreißig Jahren angefangen habe, Werte in unser Land zu tragen. Mit einer Geldspende bedankte er sich beim Vorsitzenden Gerhard Gruber.  KLB –Diözesanvorsitzender Max Hastreiter nutzte die Gelegenheit, um allen Verantwortlichen seinen Dank auszusprechen. Anschließend waren alle eingeladen zum gemütlichen Beisammensein an der Kapelle mit Kaffee und Kuchen, Getränken und Essen. Zur Unterhaltung spielte die Döferinger Blasmusik.  

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