Ein Weg zum Sinn des Lebens

Montag, 27. November 2017

Schwandorf-Altendorf. Am vergangenen Sonntag traf sich die Landvolkfamilie des KLB Kreisverbands Schwandorf zum Familienbildungssonntag. Der KLB Kreisverband hatte dazu alle seine Mitglieder auf Orts und Kreisebene, aber auch alle Interessierten eingeladen. Der Einladung zum Familienbildungssonntag, der traditionell am Christkönigsonntag stattfindet folgten ca. 50 Erwachsene und 25 Kinder. Vormittags begann der Tag mit einem Vortrag zum Thema. Die Kinder hatten Spaß am Stoffdruck. Dazu wurden sie von Marianne Zisler im Umgang mit alten Druckmodeln angeleitet. Nach dem gemeinsamen Mittagessen, fand um 14.00 Uhr ein Familiengottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas  statt. Der Tag klang aus mit Kaffee und Kuchen.

Zum Vortrag konnte Bianca Wendl, die KLB-Kreisvorsitzende, H. Diakon Andreas Klein begrüßen. H. Klein ist ein Pionier der bäuerlichen Familienberatung. Im Jahr 1995 baute er diese bereits in der Erzdiözese München – Freising auf. Er ist Leiter der bäuerlichen Familienberatung. Für die Beratung kommt ihm seine Ausbildung zur Logotherapie (logos griechisch Sinn oder Gott) zu Gute, die er in den 90er Jahren bei Elisabeth Lukas absolvierte.

Zunächst ging Diakon Klein in seinem Vortrag auf die Logotherapie und deren Begründer Viktor Frankl ein. Ein jeder Mensch wünscht sich ein Leben ohne Krisen. Jedoch sind Schicksalsschläge zu meistern. Den Fragen „Ist das Leben sinnlos, hat das Leben Sinn?“ sollte man sich stellen. Am Beispiel von Viktor Frankls Biographie machte er deutlich, wieviel Widersinn ein Mensch zu tragen fähig ist. V. Frankl überstand als Jude den Aufenthalt in 4 Konzentrationslagern, er musste mit ansehen, wie seine Eltern, sein Bruder und schließlich seine Frau in Konzentrationslagern ermordet wurden. Sich nach soviel Leid wieder aufzurichten und Mut zu fassen und in seinem Leben Sinn zu finden fällt schwer.

Die Logotherapie deren Begründer Viktor Frankl ist geht davon aus, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist.  Der Mensch als Person ist als Ebenbild Gottes zu verstehen, dass verleiht dem Menschen eine besondere Würde.  Dabei sind für ein sinnstiftendes Leben folgende Grundaussagen zu beachten:

 1. Der Mensch befindet sich auf der Suche nach dem Sinn im Leben.

2. Der Mensch besitzt eine einzigartige Persönlichkeit.

3. Den Menschen mit Liebe ansehen, geht nur wenn ich mich selber mit Liebe annehmen kann.

4. Der Mensch ist randvoll gefüllt mit Lebensmüll, aber der innerste Kern eines jeden Menschen ist heil.

In seinem Vortrag ging Diakon Klein auf seine Erfahrungen in der Beratungspraxis ein. Positive Ansätze, sind dabei immer, wenn sich Menschen entschuldigen und Entschuldigungen annehmen. Im Gespräch sollten Sätze kurz gefasst werden und über eigene Gefühle sollte offen gesprochen werden. Die ausgesprochene Wertschätzung oder der Dank dem anderen gegenüber, geben dem Leben Sinn. Auch die Wertschätzung des Vergangenen ist ein wichtiger Ansatz. „Die volle Scheune der Vergangenheit ist unverlierbar geborgen, einmal gezeitigt für immer verewigt.“ Der Mensch ist interessiert daran in der Gegenwart positives in die Lebensscheune einzufahren. Bei Konflikten helfen uns keine gegenseitigen Schuldvorwürfe, wir müssen bemüht sein uns aufeinander zuzubewegen, jeder der Beteiligten sollte bemüht sein den ersten Schritt zu tun. Die Veränderung beginnt immer bei mir selbst nicht bei den Erwartungen die ich an andere stellen. Am Schluss ermunterte der Referent die Zuhörer auf sich selbst zu schauen, sich immer wieder zu fragen: „Was tut mir gut?“ und daraus die Frage erwachsen zu lassen „Was muss ich dir tun?“

Nach dem gemeinsamen Mittagessen trafen sich die Teilnehmer zum Familiengottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas. Den Gottesdienst zelebrierte Landvolkpfarrer Michael Hoch. In seiner Predigt ging er auf das Christkönigsfest ein. Er erinnerte die Gottesdienstbesucher daran, dass Jesus keine Krone aus Gold getragen hat. Seine Krone war Geduld, Liebe, Güte, Vergebung und Barmherzigkeit. Hier sind wir geborgen, hier können wir sein, so wie wir sind. Den Gottesdienst umrahmte die Gruppe „Nur Mut“ mit rhythmischen Liedern. Bei Kaffee und Kuchen klang der Tag gemütlich aus.

Bildnachweise: Thomas Salzl

Die Kinder konnten sich unter Anleitung von Marianne Zisler dem alten Handwerk des Stoffdruckens widmen. Stolz präsentierten sie am Schluss ihre bedruckten Kunstwerke.