Geistlicher Impuls

Still oder spritzig?

"Wasser läuft!"

Wenn nach dem Winter die Brunnen an den Häusern und in den Städten wieder in Betrieb genommen und die Pumpen wieder eingelassen werden, hört man diesen Ruf öfter einmal. Wasser zum Gießen, nichts Lebensnotwendigeres. Und trotzdem kommt den Menschen dieser Satz jedes Jahr so freudig über die Lippen.
Ein Schlauch, der röchelt und gluckst und schließlich Wasser aus sich heraus befördert, kann der auch heute noch Grund zur Freude sein?

Ich sehe dabei tiefer liegende Muster unserer Seele beteiligt: Wasser als Symbol des Lebens, Wasser als Urelement schlechthin ist bei den Menschen ganz tief verankert.
Und entsprechend sind auch die Regungen, die sich in solchen Momenten einstellen: Ausdruck unserer Gefühle.
Wer als Gast im Restaurant zur Erfrischung „Wasser“ bestellt, wird vom aufmerksamen Servicepersonal gefragt: „Still oder Spritzig?“.
Was als Spitzfindigkeit wirken könnte, ist Ausdruck von Sensibilität für die Unterschiede in der Bedeutung.
Hervorquellendem Wasser und frischem „Sprudel“ ist gemeinsam, dass sie die Frische und Dynamik der Natur und des Lebens versinnbildlichen –
Eigenschaften, die beim Trinken auf uns Menschen übergehen können.
 

„Wer aber von dem Wasser trinkt,
das ich ihm geben werde,
wird niemals mehr Durst haben;
vielmehr wird das Wasser,
das ich ihm geben werde,
in ihm zur sprudelnden Quelle werden,
deren Wasser ewiges Leben schenkt.“

(Joh 4,14)