"Ich und mein Holz"

Weihnachten 2017

„Ich und mein Holz“

„Ich und mein Holz“, so lautete der an das Jahresthema des Arbeitskreises „Brösl“ (Bäuerliches, Regionales, Ökologisches und Sonstiges vom Land) angelehnte Studienteil auf der KLJB-Diözesanversammlung im Herbst.

Wenn wir Weihnachten feiern, so kann uns wieder neu bewusst werden, dass genau dies auch das Lebensmotto Jesu war – das Programm des Mensch gewordenen Gottessohnes: „Ich und mein Holz“

Im Stall wird er geboren, das Holz der Krippe gibt ihm erste Heimat, ist die erste Station seines irdischen Weges; er macht sich klein, erniedrigt sich, begibt sich mit uns Menschen auf Augenhöhe – und er kommt mit unserem menschlichen Holz in Berührung: mit den Holzwegen unseres Lebens, mit den Holzsplittern und Balken, die wir manchmal nicht nur in unseren Augen, sondern auch in unseren Herzen tragen: Trauer und Leid, Einsamkeit und Angst, Krankheit und Leid, und nicht zuletzt auch das Wissen um unsere menschliche Sterblichkeit.

Das alles wird das Kind in der Krippe einmal mittragen mit dem Holz seines Kreuzes, auch wenn es ihn niederdrückt und zu Boden wirft. Ja, am Karfreitag wird es wieder heißen: „Ich und mein Holz“, und die dann versammelte Gemeinde tut vor dem Herrn am Kreuz das gleiche, das die Weisen vor dem Kind von Betlehem taten: niederknien und anbeten. Denn Krippe und Kreuz gehören zusammen, sind aus dem gleichen Holz geschnitzt – sozusagen aus dem Baum des Lebens, denn von seiner Geburt an bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung will er das „Leben in Fülle“ für uns Menschen – Heil und Segen, Trost und Gemeinschaft, Licht, Wärme und Liebe!

„Ich und mein Holz“ – wenn wir Weihnachten feiern, so sind wir wieder neu eingeladen, uns auf die Botschaft des Holzes einzulassen, auf das Leben Jesu, auf den Mensch gewordenen Gottessohn, der weder die harte Krippe scheut noch das Holz des Kreuzes, um einer von uns zu werden, und damit wir auf den Holzwegen unseres Lebens und mit den Holzsplittern und Balken unseres Mensch-Seins eine Hoffnung, eine Perspektive, eine Zukunft haben: Christus, der Retter ist da! Mit ihm dürfen wir den Weg gehen. Und er geht alle Wege mit uns!

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und das Geleit des Mensch gewordenen Gottessohnes hinein ins neue Jahr 2018!