Vielfalt in das kulturelle Dorfleben gebracht

Freitag, 5. Mai 2017

Wenn es um die Anpackkultur in Pfarrei und Dorf geht, dann ist die Katholische Landvolkbewegung (KLB) Niedermurach ganz vorne mit dabei. Dass ihr Anspruch, das öffentliche Leben der eigenen Heimat mitzugestalten, auch der Wirklichkeit entspricht, unterstreicht die Fülle an Veranstaltungsangeboten für alle Altersgruppen. Zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Gillitzer waren neben zahlreichen Mitgliedern auch Pfarrer Herbert Rösl, Kaplan Martin Popp als Referent sowie Bürgermeister Martin Prey gekommen und wurden von der Vorsitzenden Monika Gillitzer begrüßt. Einleitend dankte sie Pfarrei und Gemeinde für die gute Zusammenarbeit sowie allen, die sich bereitwillig in die Vereinsarbeit eingebracht hatten.

Locker und heiter führte das Vorsitzenden-Duo Monika Gillitzer und Alfons Wittmann durch die zahlreichen Aktivitäten des zurückliegenden Vereinsjahres. Zu kirchlichen Anlässen gestalteten die Mitglieder Kreuzweg- und Maiandachten, zwei Familiengottesdienste und einen Taizé-Abend mit der Chorgemeinschaft „Venite“ und anschließendem Ausklang bei Glühwein, Kinderpunsch und Lebkuchen. Sehr gut angenommen wurde auch die Kinderkreuzverehrung am Karfreitagvormittag (40 Kinder, viele junge Familien) sowie die Kreuzmeditation am Abend. Außerdem errichtete man für die Fronleichnamsprozession den vierten Altar und unterstützte das Pfarrfest.

Vertreten war man bei der Kreisversammlung in Nittenau mit Berichten und Vortrag sowie bei der Diözesanversammlung in Regensburg mit dem Vortrag „Flucht vermeiden - Zukunft sichern“ sowie der Vorstellung eines gemeinsamen Hilfsprojekts der KLB-Diözesanverbände Regensburg und Passau für Senegal. Alfons Wittmann wies darauf hin, dass interessierte KLB-Mitglieder nach vorheriger Anmeldung bei ihm an diesen Versammlungen teilnehmen können. Sehr aufschlussreich war der Familienbildungssonntag des Kreisverbandes in Schwarzenfeld. Die Referentin Nicole Kestler, Fachanwältin für Erbrecht, informierte über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Gut angenommen wurden die eigenen Angebote der KLB für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dazu gehörte das Basteln von Muttertagsgeschenken, ein Nachmittag mit dem Märchenerzähler Oliver Machander im Schulhof, ein Workshop für Mädchen und Jungs zum Thema „Veränderungen im Körper während der Pupertät“ sowie das Kinderspielefest am Sportplatz und ein Tag für Ehepaare mit Pastoralreferent Andreas Dandorfer und Diplomtheologin Corinna Ferstl vom Referat Ehe und Familie der Diözese.
Bei einem Vortrag des Missionars Pater Thomas Varghese vom Verein „Maisha Pamoja“ erfuhren die Zuhörer Näheres über die schulischen Projekte dieses Vereins für die benachteiligten Kinder in Ostafrika. Aus den Einnahmen des letzten „Bunten Abends“ und der Altkleidersammlung gab die KLB hierzu eine Spende von 2000 Euro. Trotz grimmiger Kälte wagte sich bei der Dreikönigswanderung mit Fackeln eine Gruppe mit rund 40 Personen auf den Weg durch das Dorf. Diese nahm nicht wie üblich an der Walburgiskapelle sondern verkürzt an der Wieskapelle bei minus 23 Grad Celsius am wärmenden Feuer mit Weißwein- und Kinderpunsch einen stimmungsvollen Ausklang.

Einen sehr guten Besuch verzeichnete das Fastenessen, dessen Erlös von 1000 Euro an das Misereor-Hilfswerk gespendet wurde. Von der Bevölkerung zwar gut genutzt fielen die Einnahmen aus der Altkleidersammlung wegen der kleineren Menge und des geringeren Verkaufsgebots in diesem Jahr merklich niedriger aus. Eine tragende Rolle spielte das Landvolk zusammen mit der Landjugend bei den Theateraufführungen zu Ostern, dessen Reinerlös in die Ausstattung der Gruppenräume im zukünftigen Pfarr- und Jugendheim fließen soll. Vorsitzender Alfons Wittmann dankte den Mitgliedern und der Vorstandschaft für die Harmonie in der KLB und ermunterte zur aktiven Mitarbeit, denn dadurch könne jeder Einfluss auf die heimatliche Dorfkultur nehmen. Von zahlreichen Unternehmungen der Mutter-Kind-Gruppe berichtete deren Sprecherin Christine Blab und verwies auf den ungebrochenen Zulauf in dieser beliebten Einrichtung. Unter dem Dach der KLB ist sie eine ideale Plattform zum Kennenlernen für junge Familien und ihre Kleinkinder. Dass die KLB neben der Vielfalt des kulturellen Dorflebens auch die Armut speziell in afrikanischen Ländern im Blick hat, bewies der Kassenbericht von Ingeborg Roßmann. Dank der erfolgreichen Aktivitäten konnte die Kassiererin trotz großzügiger Spenden von einer guten Kassenlage berichten.

Vor dem Einstieg in die Neuwahlen nutzte Bürgermeister Martin Prey als Wahlleiter die Gelegenheit, der KLB für ihren großen Beitrag zur Bereicherung des kulturellen Lebens in Dorf und Gemeinde zu danken. Die im Eiltempo abgehandelten Neuwahlen, bei denen auch zwei gleichberechtigte Vorsitzende (männlich und weiblich) zu bestimmen waren, ergaben folgendes Ergebnis:

1. Vorsitzender: Alfons Wittmann, Stellvertreter: Klaus Niederalt
1. Vorsitzende: Monika Gillitzer, Stellvertreterin: Lisa Fischer
Kassiererin: Ingeborg Roßmann
Schriftführerin: Gabi Reitzig
Beisitzerinnen: Christine Blab, Elisabeth Kiener, Karina Straller
Kassenprüfer: Rita Salomon und Gerhard Glaser

In seinem Grußwort würdigte Pfarrer Herbert Rösl den wertvollen Dienst der KLB für die Mitmenschen und dankte allen für die geleistete Arbeit. Er wusste es zu schätzen, dass sich das Landvolk immer wieder als sehr attraktive Gruppe für die Pfarrei mit guten Ideen in das kirchlich-religiöse Leben einbrachte.
Ein Vortrag von Kaplan Martin Popp zum Thema „Menschen für den Glauben begeistern - ist das heute noch möglich?“ schloss sich der Jahreshauptversammlung an.

Zum Bild:
Die neue Vorstandschaft der KLB Niedermurach (von links): Ingeborg Roßmann, Gabi Reitzig, Lisa Fischer, Alfons Wittmann, Monika Gillitzer, Klaus Niederalt, Christine Blab und Karina Straller. Eine erfolgreiche Zukunft wünschten Pfarrer Herbert Rösl (rechts) und Bürgermeister Martin Prey (Dritter von links).

Bild: Josef Böhm