Die Welt braucht Friedensheiligen

Mittwoch, 5. Juli 2017

Subsidiaritätsprinzip anwenden

Albersrieth (franz voelkl) Jedem ist bewusst, dass in der Welt derzeit in verschiedenen Regionen Unfrieden herrscht. Wieviel sind es aber wirklich, welche Folgen hat dies und was hat das Leben des Niklaus von der Flüe mit Frieden zu tun?

„Unfrieden ist da, wo Grenzen überschritten werden, womit nicht nur Landesgrenzen, sondern auch persönliche Grenzen gemeint sind“, erklärte Landvolkreferent Klaus Hirn im Albersriether Dorftreff bei einem Referat, zu dem das Katholische Landvolk – Kreisverband Neustadt/WN im Rahmen des Jubiläumsjahres „600 Jahre Niklaus von Flüe, 1417-2017“ eingeladen hatte.
Zuvor zelebrierte KLB-Kreisseelsorger Pfarrer Franz Winklmann in der Dorfkapelle St. Michael einen sehr gut besuchten Gottesdienst, den der Oberbernriether Organist Georg Schmidbauer musikalisch begleitete. Dabei ging Winklmann auch auf die Frau von Klaus von der Flüe, Dorothee ein, die nach überlieferter Aussage die wichtigste Ratgeberin des Heiligen war.
Silvia Stahl von der Landvolk – Familiengruppe Waldthurn konnte zum Referat knapp 50 Interessierte, darunter Dorfsprecher Andreas Bodensteiner und Waldthurns Dritten Bürgermeister Hans-Peter Reil begrüßen.

Hirn ging in seinem sehr fundierten Referat zunächst auf den Unfrieden in der Welt ein. „Es gibt derzeit 38 Konflikte die mit hohem Gewaltpotential eingestuft werden“.
Er zeigte die Folgen des Unfriedens, wie Ungerechtigkeit, Gewalt und Verrohung des Menschen auf. In den Bemühungen um Frieden müsse die Liebe neu erlernt und die Grenzen anderer respektiert werden. Dabei könne jeder sich selber fragen, wo sein persönlicher Friede anfange, aber auch seine persönlichen Grenzen seien. Jeder Christ sei zum Heiligsein berufen, aber das Bild eines Heiligen sei vielfach von unerreichbarer Frömmigkeit und übermenschlicher Größe geprägt. Vorbildhaftes Leben ist aber auch im Kleinen möglich.

Der Redner erklärte das Subsidiaritätsprinzip, das in der Kath. Soziallehre stark angewendet wird. Dabei soll eine Aufgabe soweit wie möglich von der unteren Ebene bzw. kleineren Einheit wahrgenommen werden. Dieses Prinzip gilt in der Entwicklungshilfe, in der sozialen Arbeit, aber auch bei der Friedensarbeit, die von unten kommen muss.
Er spannte dabei den Bogen zu Bruder Klaus, der zu seinen Lebzeiten viele Konflikte und Kriege erlebt habe. Er habe aber als Ratgeber einen Friedensschluss für die Schweiz ermöglicht, der seitdem nicht mehr gebrochen wurden. Weil er den Ruf Gottes konsequent gelebt und im Loslassen seiner Familie seine Freiheit und seinen Frieden gefunden hat, konnte er Frieden verbreiten und Ratgeber für Viele werden.“

 „Er ist der große Friedensheilige der Schweiz“
Bruder Klaus traute sich, tief auf sein Inneres zu schauen und sich die Frage zu stellen, was Gott von ihm wolle.