Vom Süden in den Süden

Montag, 13. August 2018

 Seit fast 40 Jahren hat das Landvolk das Ziel, durch partnerschaftliche Zusammenarbeit den Menschen in der ländlich geprägten Region von Senegal zu helfen.
 
Albersrieth (franz voelkl) Die Kath. Landvolkbewegung Regensburg (KLB) engagiert sich seit 1979 im Senegal und unterstützt dabei Menschen, ihre Zukunft eigenverantwortlich zu gestalten und der Landflucht entgegenzuwirken. Diese Woche ist eine sechsköpfige senegalesische Delegation aus der Region Casamance auf Bildungsreise in der Oberpfalz. Am Montag legte die Delegation einen Bildungstag im Landkreis Neustadt/WN in Almesbach, in Botzersreuth (Gemeinde Püchersreuth) und in Albersrieth (Markt Waldthurn) ein.
Die KLB arbeitet hauptsächlich mit der senegalesischen Partnerorganisation ASDI (Association Sénégalaise pour le Développement Intégré) zusammen. Dabei handelt es sich um einen gemeinnützigen senegalesischen Verein für integrierte ländliche Entwicklung. Wie die KLB setzt sich auch die ASDI für die Menschen auf dem Land ein. Die Delegation mit dem Präsidenten von ASDI, Pascal Manga besuchet das Landvolk und informierte sich über das moderne Europa. Manga war früher stellvertretender Präsident des senegalesischen Parlaments. Finanziert wird ASDI zu zwei Drittel durch das deutsche Entwicklungshilfeministerium und ein Drittel durch KLB – Spenden, erklärte der Vorsitzende des KLB Kreisverbandes Landkreis Neustadt/WN, Manfred Kellner. „In den 90er Jahren waren in meinem Heimatland Unruhen und alle Hilfs- und Entwicklungshilfeorganisationen haben sich in dieser unruhigen Zeit zurückgezogen. Einzig und allein das Landvolk aus Regensburg ist geblieben“, meinte Manga. Das Landvolk gehöre zu den besten Botschaftern Deutschlands im Senegal und die gemeinsam durchgeführten Aktionen seien in den Dörfern direkt bei den Armen angekommen. Bayern und ganz Deutschland könne stolz auf die KLB Regensburg mit den angeschlossenen Projekten sein. „Ihr wohnt im Süden von Deutschland – wir im Süden von Senegal“, meinte Manga hinsichtlich dieser Gemeinsamkeit amüsiert. Kurzerhand hatte man am vergangenen Montag das Feuerwehrhaus am Albersriether Dorftreff ausgeräumt. Coumba Seydi ist eine Frau, die mit Hilfe der KLB in ihrer Heimat ein Kleinunternehmen zur Herstellung von BATIK – Artikeln führt, zeigte den interessierten Landvolklern, die Abläufe ihres Handwerks. Anschließend waren die Werke im Dorf an den Bäumen beim Trocknen zu besichtigen.
Batik ist ein Textilfärbeverfahren, bei dem Muster und Verzierungen in Handarbeit mit Hilfe von flüssigem Wachs durch eine Verhinderung der Färbung eingebracht werden.
Bürgermeister Josef Beimler stellte den interessierten Gästen die Marktgemeinde Waldthurn vor und erklärte stolz, dass man derzeit lediglich eine Arbeitslosenquote von zwei Prozent in der Kommune habe. „Wir gehören erst seit 200 Jahren zu Bayern und haben mit der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg eine der ältesten Wallfahrtskirchen Bayerns.
Bei dem zuvor durchgeführten Besuch in Almesbach staunten die interessierten Besucher von der Westküste Afrikas über die dortige Biogasanlage und über die raffinierte Technik im Stall samt Melkroboter. Bei einem weiteren Bildungsbesuch machte die Gruppe in Botzersreuth bei Püchersreuth am Biohof von Susanne und Johann Kahl Station. Ackerbau, Schweinemast, Gemüse- und Kartoffelanbau wurden als Direktvermarkter vorgeführt. Als Dolmetscherin fungierte KLB-Diözesanreferentin Gertrud Binner.
Weitere Abschnitte der Bildungswoche der Senegalesen, die in Begleitung des geschäftsführenden KLB Referenten Klaus Hirn und den aus Pressath stammenden Diözesan - Landvolkpfarrers Udo Klösel sind, sind der Landkreis Amberg-Sulzbach, Cham und die Bezirkshauptstadt Regensburg.
 

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